Pressemitteilung Apr 08, 2026
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Preisgekrönte Premieren und Stargast Anna Yamada – Einblicke in das Programm des 26. Nippon Connection Filmfestivals
Vom 2. bis 7. Juni präsentiert das Festival in Frankfurt am Main über 130 Kurz- und Langfilme sowie 80 Veranstaltungen rund um japanische Kultur.
Der Vorhang für die 26. Ausgabe des Nippon Connection Filmfestivals lüftet sich und gibt einen ersten Blick auf das diesjährige Programm frei. Vom 2. bis 7. Juni 2026 werden in Frankfurt am Main an 13 Locations über 130 Kurz- und Langfilme aus Japan zu sehen sein, von aktuellen Kinohits und kreativen Animationsfilmen bis zu Independentproduktionen junger Regietalente. Der diesjährige Themenschwerpunkt Shades of Reality – Between Truth and Fiction widmet sich dem Spannungsfeld zwischen Inszenierung und Wirklichkeit. Das prall gefüllte Rahmenprogramm mit rund 80 Workshops, Vorträgen, Performances und Konzerten sowie ein japanischer Markt laden an sechs Tagen dazu ein, die japanische Kultur aus einer neuen Perspektive zu erleben.
Nippon Connection präsentiert die aktuellsten Werke renommierter Filmemacher*innen, wie etwa das preisgekrönte Drama Two Seasons, Two Strangers von Sho Miyake, den von Regisseur Baku Kinoshita persönlich präsentierten Animationsfilm The Last Blossom oder die Deutschlandpremiere des spannenden Thrillers SAI: disaster von Yutaro Seki und Kentaro Hirase. Besonders stark sind dieses Jahr Dokumentarfilme im Programm vertreten. In Anwesenheit der Regisseurin Miwa Yoshimine feiert das Künstlerportrait ZEN & EROS über den japanischen Maler Morio Matsui beim Festival seine Weltpremiere.
Eröffnet wird das Nippon Connection Filmfestival am 2. Juni mit der Deutschlandpremiere des Dramas FUJIKO von Taichi Kimura, das auf mitreißende Weise den Weg einer alleinerziehenden Mutter zur Selbstbestimmung erzählt. Auch in TOKYO TAXI, dem Abschlussfilm des Festivals, steht eine starke weibliche Protagonistin im Zentrum, die sich gegen die patriarchale Gesellschaft im Japan der Nachkriegszeit behauptet. Das bewegende Drama ist der 91. Film von Regielegende Yoji Yamada.
Viele Filme feiern während der sechs Festivaltage ihre Premiere in Anwesenheit der Filmschaffenden. Ehrengast ist Schauspielerin Anna Yamada, die mit dem Nippon Rising Star Award ausgezeichnet wird. Der Preis wird von KYOCERA Document Solutions Deutschland präsentiert. Darüber hinaus wird in Kooperation mit Wacom erstmals der Nippon Animation Shorts Award an junge Kreativtalente der japanischen Animationsfilmszene vergeben.
Das Rahmenprogramm ist in diesem Jahr so umfangreich wie nie: Neben Kochkursen und Workshops zu traditionellen Themen wie Kalligraphie, Schwertkampf und japanischer Tanz wird es auch Angebote für Manga- und Videospiel-Fans geben. Genreübergreifende Konzerte und Performances präsentieren zudem die Vielfalt der japanischen Musik- und Kunstszene.
Die beiden Festivalzentren Künstler*innenhaus Mousonturm und Produktionshaus NAXOS laden dazu ein, in die Welt Japans einzutauchen. Auf dem Festivalgelände können Besucher*innen kostenlos den japanischen Markt mit Kunsthandwerks- und Essensständen erkunden oder Open-Air-Events besuchen.
Das komplette Festivalprogramm und Tickets sind ab dem 9. Mai 2026 auf der Festival-Website NipponConnection.com verfügbar.
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Mehr Details zum Festivalprogramm
Animationsfilme jenseits des Mainstreams
Mit einer Auswahl künstlerisch anspruchsvoller Produktionen für ein erwachsenes Publikum beweist Nippon Connection, dass japanischer Animationsfilm weit über Familienunterhaltung hinausreicht. The Last Blossom erzählt die melancholische Geschichte eines ehemaligen Kriminellen, der von seiner Vergangenheit eingeholt wird. Regisseur Baku Kinoshita, bekannt durch seine erfolgreiche Anime-Serie „Odd Taxi”, wird zur Deutschlandpremiere seines Films in Frankfurt erwartet. Nachdem A New Dawn bereits im Wettbewerb der Berlinale mit seinem außergewöhnlichen Animationsstil beeindruckte, wird das Regiedebüt von Yoshitoshi Shinomiya im Rahmen von Nippon Connection erstmals in Frankfurt zu sehen sein. Cocoon von Yukimitsu Ina greift eine wahre Begebenheit aus den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs auf, als Schülerinnen in der Schlacht um Okinawa zwangsrekrutiert wurden. Der erschütternde Historien-Anime feiert auf dem Festival seine internationale Premiere.
Filme zwischen Realität und Fiktion
Der vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain geförderte Themenschwerpunkt Shades of Reality – Between Truth and Fiction stellt die Frage, wie Filme Wirklichkeit konstruieren, interpretieren oder hinterfragen. Two Seasons, Two Strangers konfrontiert das Publikum zunächst mit einer mutmaßlichen Realität, die sich wenig später als Fiktion herausstellt. Sho Miyakes meisterhaftes Drama wurde 2025 auf dem Locarno Film Festival mit dem Goldenen Leoparden ausgezeichnet. In Fiamma von Eiji Uchida, der als internationale Premiere gezeigt wird, arbeitet ein Regieassistent an der Verfilmung eines autobiografischen Romans. Als er herausfindet, dass der Bestseller auf einer Lüge der Autorin basiert, steht er plötzlich vor einem moralischen Dilemma. Die Deutschlandpremiere SAI: disaster von Yutaro Seki und Kentaro Hirase konfrontiert die Zuschauer*innen hingegen mit einer mysteriösen Mordserie – und sät gleichzeitig Zweifel an deren Echtheit. Der Dokumentarfilm Numakage Public Pool schildert die letzten Tage eines zum Abriss bestimmten Freibads, das als wichtiger Treffpunkt für alle Generationen diente. Um die verschiedenen Phasen der Trauer um den geliebten Ort sichtbar zu machen, hebt Regisseur Shingo Ota die Grenzen des Dokumentarischen auf.
Filme mit Ehrengast Anna Yamada
Anlässlich der Auszeichnung von Schauspielerin Anna Yamada mit dem Nippon Rising Star Award präsentiert Nippon Connection drei Filme aus ihrem vielseitigen Schaffen. Das Coming-of-Age-Musical Little Love Song von Kojiro Hashimoto aus dem Jahr 2019 bezeichnet Anna Yamada als einen wichtigen Meilenstein in ihrer Karriere. In der Deutschlandpremiere des Horrorfilms NEW GROUP von Yuta Shimotsu muss Anna Yamada sich gegen eine Gruppe verrückt gewordener Schüler*innen zur Wehr setzen. Im Animationsfilm ChaO von Yasuhiro Aoki ist sie zwar nicht zu sehen, leiht aber der titelgebenden Meeresprinzessin ihre Stimme und verzaubert damit sowohl den Protagonisten Stephan als auch Fans kreativer Animes. Im Rahmen ihres ersten Besuchs in Deutschland wird Anna Yamada außerdem in einem Filmgespräch über ihre Arbeit sprechen und sich Fragen aus dem Publikum stellen.
Dokumentarfilme im Fokus
Vielfältige Einblicke in die japanische Kultur und Gesellschaft versprechen die zahlreichen Dokumentarfilme, die im Rahmen der 26. Festivalausgabe mit freundlicher Unterstützung der Dr. Marschner Stiftung gezeigt werden. Darunter ist die Weltpremiere des Künstlerporträts ZEN & EROS von Miwa Yoshimine, das vom Leben des unkonventionellen Malers Morio Matsui erzählt, der in jungen Jahren nach Frankreich ging, um sich von den kreativen Zwängen seiner Heimat zu lösen. In The Ozu Diaries beleuchtet Daniel Raim die berufliche und persönliche Entwicklung des Meisterregisseurs Yasujiro Ozu und lässt dabei prominente Filmschaffende wie Wim Wenders und Kiyoshi Kurosawa zu Wort kommen. Regisseurin Shiho Kataoka widmet sich in ARUKU dem legendären Pilgerweg auf Shikoku und den Menschen, die die 88 Tempel der Insel auf der Suche nach sich selbst bereisen. In einer international besetzten Podiumsdiskussion diskutieren Filmschaffende und Expert*innen, wie filmische Mittel und subjektive Regieentscheidungen unsere Wahrnehmung von Wirklichkeit im Dokumentarfilm prägen.
Workshops, Konzerte & mehr
Das umfangreiche Rahmenprogramm von Nippon Connection mit über 80 Veranstaltungen hat wieder einiges zu bieten. In einem zweitägigen Game-Design-Workshop lernen die Teilnehmer*innen, eigene kurze Videospiele zu entwickeln, während Interessierte sich in den Workshops des Festivalpartners Wacom im digitalen Mangazeichnen ausprobieren können. Außerdem lädt Audio-Technica zu einer neuen Ausgabe von Kino ohne Leinwand ein: Diesmal erklingt die Musik aus Ryuichi Sakamotos Konzertfilm „Opus” in reinster Vinyl-Qualität, inklusive einer Einführung des Produzenten Eric Nyari. Regisseur Jörg Buttgereit und der Wiener Filmjournalist Christian Fuchs werden in ihrer Talkshow Ein superheisses Ding – Der Film Talk des Grauens den 71. Geburtstag der Monsterlegende Godzilla nachfeiern. Selbstverständlich wird es auch dieses Jahr wieder das beliebte Nippon Heimkino mit Marcus Stiglegger und Kai Naumann geben, in dem die beiden Genrekino-Experten einen Überraschungsfilm aus den 1970er Jahren kommentieren. Ergänzt wird das Programm durch viele spannende Veranstaltungen für Kinder und Jugendliche.
Das musikalische Angebot reicht von Tradition bis zu modernen Sounds: Das Trio aus Tabla-Virtuose U-zhaan sowie den beiden Rappern Tamaki ROY und Chinza DOPENESS fusioniert indische Rhythmen mit japanischem Hip-Hop. Die Idolband Zenbu Kimi no Sei Da paart in ihrem energiegeladenen Konzert typische Kawaii-Ästhetik mit Metal- und Popmusik. Bei Midori HIRANO x Kaliber16 trifft klassisches Klavier auf experimentelle Elektronik. Taiko-Virtuose Shogo YOSHII und Sängerin Marina HIRATA verbinden kraftvolle Trommelklänge mit traditionellem Gesang.
Über das Festival
Das Japanische Filmfestival Nippon Connection wird vom rund 100-köpfigen, größtenteils ehrenamtlichen Team des gemeinnützigen Vereins Nippon Connection e.V. organisiert. Es steht unter der Schirmherrschaft des Hessischen Staatsministers für Wissenschaft und Forschung, Kunst und Kultur, Timon Gremmels, des Oberbürgermeisters der Stadt Frankfurt am Main, Mike Josef, und des Generalkonsulats von Japan in Frankfurt am Main. Seit der Gründung im Jahr 2000 hat sich das Festival zur größten Plattform für japanischen Film weltweit und zum publikumsstärksten Filmfestival in Hessen entwickelt, mit rund 20.000 Besucher*innen im Jahr 2025. Auf der Online-Plattform betterplace.org läuft eine Kampagne zur Unterstützung des Festivals.