Pressemitteilung Mrz 30, 2021


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Nippon Connection Filmfestival Goes Hybrid!
Erste Programmhighlights

1. bis 6. Juni 2021 / online und (hoffentlich) in Frankfurt am Main /
über 100 Filme aus Japan / vielfältiges Rahmenprogramm

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Das 21. Japanische Filmfestival Nippon Connection ist als Hybrid-Veranstaltung geplant und findet vom 1. bis 6. Juni 2021 online und voraussichtlich an einigen Veranstaltungsorten in Frankfurt am Main statt. Das weltgrößte Festival für japanisches Kino präsentiert an sechs Tagen über 100 aktuelle japanische Kurz- und Langfilme. Das Filmprogramm wird online als Video-on-Demand verfügbar sein. Zusätzlich werden zahlreiche Filmemacher*innen live aus Japan an Online-Gesprächen und -Interviews teilnehmen. Digitale Workshops, Vorträge, Performances und Konzerte ergänzen das Programm. 

Aufgrund der Ungewissheit über den weiteren Pandemieverlauf und die zukünftig geltenden Bestimmungen ist die Planung aktuell äußerst schwierig. Die Organisator*innen des Nippon Connection Filmfestivals geben jedoch die Hoffnung nicht auf, auch Kinovorstellungen vor Ort anbieten zu können. „Filmfestivals leben immer auch von der gemeinsamen Erfahrung im Kinosaal und vom Filmerlebnis auf der großen Leinwand“, betont Festivalleiterin Marion Klomfaß. 

Bereits im Juni 2020 fand das Festival online statt und konnte mit über 25.400 Zuschauer*innen einen neuen Publikumsrekord verzeichnen. Die digitale Form bot dem Publikum neue Möglichkeiten. Auch dieses Jahr können wieder viele Zuschauer*innen außerhalb Frankfurts aktuelle japanische Filme sehen. 

Filmhighlights

Viele der Filme feiern ihre Deutschland- oder Europapremiere beim Nippon Connection Filmfestival. Das Programm reicht von Blockbustern und Arthouse bis zu Animations- und Musikfilmen. Schwerpunkt des diesjährigen Festivals ist das Thema Family Matters – Die japanische Familie zwischen Tradition und Moderne, gefördert vom Kulturfonds Frankfurt RheinMain. Von familiären Abgründen und dem Glück, eine Ersatzfamilie zu finden, handelt Family Of Strangers von Hideyuki Hirayama. Ohne Pathos erzählt die Tragikomödie von drei sehr unterschiedlichen Bewohnern einer psychiatrischen Einrichtung, die bei einander Halt finden – bis der Schrecken wieder hereinbricht. Das Drama Under The Open Sky von Regisseurin Miwa Nishikawa macht weiter, wo andere Filme enden, und zeigt Charakterdarsteller und Nippon Honor Award-Preisträger Koji Yakusho in einer Glanzrolle: Als Ex-Häftling trifft er auf helfende Hände, aber auch auf Widerstände. Ein Film darüber, was Familie auch bedeuten kann. Der Dokumentarfilm Me And The Cult Leader befasst sich mit der Aum-Sekte, die 1995 einen Giftgasanschlag in der Tokioter U-Bahn verübte. Regisseur Atsushi Sakahara, der dem Gift damals ausgesetzt war, führt mit einem Mitglied der Nachfolgesekte „Aleph“ sehr persönliche Gespräche über die Vergangenheit, die Familie und innere Dämonen.

Red Post On Escher Street, der neue Film von Kult-Regisseur Sion Sono, ist ein humorvolles und bissiges Schlachtengemälde des Filmemachens, in dem die Kompars*innen schließlich den Dreh kapern. Kiyoshi Kurosawas Melodrama To The Ends Of The Earth wurde komplett in Usbekistan gedreht. Für die junge Fernsehreporterin Yoko wird der Aufenthalt zu einer Reise zu sich selbst. In der augenzwinkernden Musical-Komödie Can’t Stop The Dancing von Shinobu Yaguchi muss Shizuka nach einer Hypnose immer singen und tanzen, wenn Musik in ihrer Nähe erklingt, und gerät von einer irrwitzigen Lage in die nächste. The Day Of The Destruction von Toshiaki Toyoda wird als Deutschlandpremiere gezeigt: Ein junger Asket will die Welt von einem Monster namens Epidemie befreien. Mit wuchtigen Bildern, einem starken Soundtrack und Humor zeichnet der Regisseur das Lebensgefühl einer Generation zwischen Wut, Ohnmacht und dem Wunsch nach Lebendigsein. Von Toshiaki Toyoda ist ein weiterer Film im Festivalprogramm: Shiver präsentiert das bekannte Taiko-Ensemble KODO mit Avantgarde-Musiker Koshiro Hino. Im Rhythmus der Urgewalten greifen musikalische Performances und mit Klang aufgeladene mythische Szenen ineinander. 

Der außergewöhnliche Debütfilm Beyond The Infinite Two Minutes von Junta Yamaguchi mit den Darstellern der bekannten Comedy-Theatergruppe Europe Kikaku feiert seine Deutschlandpremiere beim Festival. Der Regisseur verlegt darin das Zeitreise-Paradox in ein charmantes, kleines Café und erzählt so kurzweilig, dass sich trotz der sich ständig wechselnden Zeitebenen nicht einmal ein Knoten im Kopf bildet. 

Natürlich dürfen bei einem japanischen Filmfestival auch Animationsfilme nicht fehlen.  Das Nippon Connection Filmfestival zeigt dieses Jahr unter anderem als Deutschlandpremiere den Anime Seven Days War von Yuta Murano. Aya und ihre Freunde entdecken bei einem Sommerausflug ein stillgelegtes Kohlekraftwerk. Es wird ein größeres Abenteuer als sie je erwartet hätten und die bunt zusammengewürfelte Gruppe erfährt, was Freundschaft bedeutet. 

Vielfältiges Rahmenprogramm

Neben dem Filmprogramm laden Workshops, Vorträge, Konzerte und Performances ein, die Faszination japanischer Kultur zu entdecken. Die Veranstaltungen des Nippon Culture-Programms werden voraussichtlich größtenteils online via Zoom und Livestream stattfinden. Mitmachen und ausprobieren heißt es bei Online-Kochkursen und Whiskey- und Sake-Verkostungen, Mangazeichen-Workshops, einem Japanischkurs mit Filmausschnitten und vielem mehr. Auch die Kultveranstaltung Nippon Heimkino findet dieses Jahr wieder online statt: Underground-Regisseur Jörg Buttgereit und Filmwissenschaftler Marcus Stiglegger werden vom heimischen Sofa aus live eine Perle des japanischen Trash-Kinos kommentieren. Auf dem Nippon Online Market präsentieren außerdem verschiedene Anbieter Kunsthandwerk, japanische Köstlichkeiten und weitere ausgewählte Produkte rund um Japan. 

Das komplette Programm ist voraussichtlich ab Mitte Mai 2021 auf der Festivalhomepage NipponConnection.com verfügbar.

Über das Festival

Das Japanische Filmfestival Nippon Connection wird vom 70-köpfigen, größtenteils ehrenamtlichen Team des gemeinnützigen Vereins Nippon Connection e.V. organisiert. Es steht unter der Schirmherrschaft von Angela Dorn, Hessische Ministerin für Wissenschaft und Kunst, Peter Feldmann, Oberbürgermeister von Frankfurt am Main, und vom Generalkonsulat von Japan in Frankfurt am Main. Nippon Connection zählt zu den besucherstärksten Filmfestivals in Hessen. Aktuell läuft eine Spendenkampagne auf der Online-Plattform betterplace.org für das diesjährige Festival: betterplace.org/de/projects/88584.